Aktuelles aus der Ratsfraktion

Handlungsprogramm Demografischer Wandel

Rede unserer stellv. Fraktionsvorsitzenden Anja Liebert in der Sitzung des Rates am 20.12.2010

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
meine Damen und Herren,

Im Handlungsprogramm Demografischer Wandel geht es darum, dass Prozesse, die anstehen, gesteuert werden und wir demnächst hier Entscheidungen unter dem Aspekt der Demografie bewerten. Das heißt, man kann sich entscheiden, welcher Aspekt z. B. bei Bauvorhaben, im Kultur- oder im Sportbereich zum Tragen kommt.
Ist es wichtiger, die Bedürfnisse von Investoren zu berücksichtigen oder ist es wichtiger, durch Steuerung für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt zu sorgen?

In dem Handlungsprogramm sind einige Punkte aufgeführt, die von den GRÜNEN als sehr positiv bewertet werden:

Stadtstruktur anpassen, bedarfsgerecht und kompakt:
Das sind Begriffe, die können Sie wohl auch in unserem GRÜNEN Kommunalwahlprogramm nachlesen. Es geht um Innenentwicklung statt Bauen im Außenbereich, das ist ein Thema für Demografie. Handel steuern, Nahversorgung, dezentral anbieten. Wohnen, Leben und Arbeiten zusammenführen. Auch das ist ein Kernpunkt GRÜNER Forderungen. Wie können Strukturen innerhalb der Stadt so gestaltet werden, dass die verschiedenen Aspekte enger verknüpft werden.

Wanderungsbilanz verbessern, die Stadt attraktiv und zukunftsfähig gestalten:
Ein großer Schwerpunkt dabei ist Kinder- und Familienfreundlichkeit. Ich erinnere daran, dass unsere Alt-Bürgermeisterin Irmgard Wohlert das vor ungefähr 15 Jahren schon einmal angedacht hat mit einer Kinderfreundlichkeitsprüfung für die Stadt. Damals hat sie Begehungen mit Kindern in der Stadt durchgeführt. Leider versickern solche Projekte, die zwar schön sind, aber keine direkten Ergebnisse erbringen, oftmals. Ich freue mich, wenn das in diesem Rahmen wieder aufgegriffen wird. Weniger Verkehrsbelastung, weniger Lärmbelastung, also wichtige Ziele, um die Stadt attraktiv und zukunftsfähig zu machen. Im Verkehrsbereich haben wir sehr viele Beispiele, wo wir aktiv für weniger Verkehrsbelastung sorgen können.
Sanierung und Erhalt gewachsener Stadtteile statt weiterer Ausweisung im Außenbereich, auch das ist ein wichtiges Thema, mit dem wir nach vorne gehen müssen. Es darf nicht weiter im Außenbereich gebaut werden, sondern die Gründerviertel, die gewachsenen Stadtstrukturen müssen erhalten werden.

Potenziale fördern:
sozial vielfältig und bildungsorientiert arbeiten. Das heißt, die Angebote, die es in unserer Stadt gibt, müssen genutzt werden, die Integration, das heißt hier, die Potenziale aller Bevölkerungsgruppen müssen gebündelt und genutzt werden.
Die Talachse mit ihren Problembereichen muss stabilisiert werden.

Das sind die Kernpunkte aus diesem Programm, von daher können wir es natürlich voll und ganz unterstützen, wenn zukünftig verstärkt an diesen Punkten gearbeitet wird. Es gibt viele gute Handlungsfelder, der Demografiecheck soll Entscheidungshilfe für uns als Politik sein. Wir werden ab jetzt, so hoffe ich, in allen Drucksachen in irgendeiner Form Thema sein. Das gilt leider nicht für die heute verabschiedeten Drucksachen, aber bei der nächsten Beratungsrunde müsste es zumindest im Bewusstsein der hier Anwesenden und der Verwaltung sein, dass Demografie entsprechend in die Prozesse eingesteuert wird.

Von daher freue ich mich sehr, wenn diese Punkte jetzt verstärkt aufgegriffen werden, denn es sind sehr viele Felder, auf denen wir GRÜNEN uns schon seit Jahren bewegen. Wir bleiben dran und hoffen, dass wir alle gemeinsam an einer positiven Entwicklung unserer Stadt arbeiten werden.

Vielen Dank.

#
22.12.2010

Hier können Sie diesen Artikel an Freunde oder Bekannte versenden


Schliessen

Die GRÜNEN in Wuppertal
https://www.gruene-wuppertal.de/fraktion/ausderratsfraktion/handlungsprogramm-demografischer-wandel/