Aktuelles aus der Ratsfraktion

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Praktikum in Utopia Stadt

AKlaus utopiastadt trassem 22. August konnte ich einige Stunden den Alltag hinter den Kulissen von Utopiastadt im Mirker Bahnhof erleben.Es begann mit einer Zählung der Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen auf der Trasse. Ich war erstaunt wie viele Radfahrer*innen vorbeikommen. 300 bis 400 pro Stunde, abhängig von der Tageszeit.

 

Weiter ging es mit dem Aufbau von Bauzäunen rund um das Beach-Volleyball-Feld.
Klaus Utopiastadt Zaun

Später räumte ich mit zwei Praktikantinnen den Gang neben der Werkstatt auf. Dort standen u.a. noch Sachen vom Trassen-Jam. Dabei konnte ich auch einen Blick in den Wartesaal 1. Klasse werfen. 2004 war dort als Konzert, Theater und Kleinkunstbühne schon mal eine Generalprobe gelaufen. Jetzt stehen dort viele Gegenstände, die eventuell noch mal gebraucht werden, unter ánderem eine Couch.

Nachmittags erlebte ich den Betrieb im Fahrradverleih und sah, dass täglich Fahrräder verschrottet werden, weil sich eine Reparatur nicht mehr lohnt. Das gilt besonders für die Fahrräder aus dem Baumarkt und von Supermärkten. 40 Räder sollen ständig zum Verleih vorgehalten werden, es sind zurzeit 80. Es kommen regelmäßig gespendete Räder neu rein.Klaus Utopiastadt Stadtradeln
Nebenbei konnte ich immer wieder erleben, wie es gelingt, die Arbeit von 100 bis 150 ehrenamtliche Menschen zu koordinieren. Ohne die könnte Utopiastadt nicht solch eine Wirkung für Wuppertal entfalten.

Mit einem Gespräch mit David J. Becher, dem Vorsitzenden des Vereins Utopiastadt endete mein Praktikumstag. Es hat mir sehr gefallen und ich habe viel gelernt.

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28.08.2018
Kommunaler Ordnungsdienst: Praktikum von Marc Schulz

Anfang August habe ich ein eintägiges Praktikum beim Wuppertaler KOD gemacht. KOD steht für den Kommunalen Ordnungsdienst, der für die Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung in unserer Stadt zuständig ist.

Oftmals wird die Arbeit des KOD gleichgesetzt mit der Jagd auf Falschparker, Raser, Radler ohne Licht und Kaugummiauspucker. Dabei ist sein Tätigkeitsbereich viel umfangreicher. Ein seit vier Tagen in einer Wohnung eingesperrter Kampfhund, eine Messy-Wohnung, ein halterloses, ausgebranntes Fahrzeug und mehrere Fälle von Lärmbelästigung: das waren die Highlights während meiner fünfstündigen Schicht.

Marc KOD

Dabei ist das nur ein winziger Ausschnitt aus dem Arbeitskatalog des Ordnungsdienstes. Gleichzeitig ist mir klar geworden, wie gering das Ansehen des KOD bei vielen Menschen ist (paradoxerweise ist die Aggressivität und Ablehnung nach Aussage der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nirgendwo so groß wie auf der Nordbahntrasse). Und mir ist klar geworden, dass mit der vorhandenen Zahl an Angestellten die gewünschte Präsenz gerade an konfliktreichen Orten nicht hergestellt werden kann.

Wir brauchen keine „neue Robustheit“, keine Symbol-Politik mit Videoüberwachung oder sonstiges Law&Order-Gedöns, das über eine Placebo-Wirkung nicht hinausgeht, sondern einen handlungsfähigen Kommunalen Ordnungsdienst mit mehr Präsenz vor Ort und eine deutliche Steigerung der Akzeptanz seiner Arbeit in der Bevölkerung.

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23.08.2018
Wuppertaler Tafel: Sommerpraktikum unseres Fraktionsvorsitzenden Marc Schulz

 Die Wuppertaler Tafel versorgt jeden Tag viele hundert Menschen mit Lebensmitteln. Rund 200 Menschen sind dort ehrenamtlich tätig. Sie opfern ihre Freizeit, um anderen zu helfen und erfahren dabei nicht immer nur Dankbarkeit, sondern werden gelegentlich auch Zielscheibe von Unzufriedenheit und Wut darüber, dass es einigen Menschen in einem so reichen Land wie Deutschland nicht möglich ist, sich regelmäßiges Essen zu leisten. So großartig es ist, dass sie sich so engagieren und dass Menschen hierfür spenden, so unerträglich ist es, dass es so etwas wie die Tafel in unserer Stadt überhaupt geben muss.

Marc Tafel

Armut ist in Deutschland für viele von uns oft nicht sichtbar oder zumindest so versteckt, dass es leicht fällt, sie (bewusst oder unbewusst) zu übersehen. Gleichzeitig kann man das wachsende Ungerechtigkeits-Empfinden und die Angst und Unzufriedenheit in unserer Gesellschaft nur begreifen, wenn man bereit ist, sie zu sehen. Deshalb habe ich in der letzten Woche einen Praktikums-Tag mit dem Sozialmobil der Wuppertaler Tafel absolviert, bin mit zu den Verteilstellen am Wichlinghauser Markt, am Oberbarmer Bahnhof, am Döppersberg und am Rathaus gefahren und habe dort Lebensmittel verteilt.

Marc Tafel Sozialmobil

Das macht mich noch lange nicht zu einem Experten, aber man bekommt Einblicke, die man (und damit meine ich nicht nur Politikerinnen und Politiker) normalerweise nicht erhält: ungeschminkte und unangenehme Einblicke. Menschen, die mit gesenktem Kopf zur Ausgabe kommen, Menschen, denen man die Wut über ihre Leenssituation aus dem Gesicht ablesen kann und viel zu viele ältere Menschen, deren Rente hinten und vorne nicht reicht. Und Kinder!
Wenn es in einem Land, in dem jedes Jahr 1 Billionen Euro für Sozialleistungen aufgewendet werden und in dem es über 150 unterschiedliche familienpolitische Leistungen gibt, immer noch Menschen gibt, die sich keine regelmäßige Mahlzeit leisten können, dann stimmt etwas Grundlegendes nicht. Dann reicht es nicht, sich über zehn Euro mehr Kindergeld hier und 5% Erhöhung dort zu unterhalten, dann stellt sich die Systemfrage. Erreicht unser Sozialsystem noch diejenigen, die dringend auf Unterstützung angewiesen sind? Wie können wir den Menschen wieder ein menschenwürdiges Leben ermöglichen? Ich glaube, dass das Geld dafür da ist, aber die Art der Organisation einfach nicht mehr stimmt. Wir brauchen eine Grundsicherung, die ein würdiges Leben garantiert. Bis dahin sind viele Menschen weiterhin auf die Tafel und ähnliche Einrichtungen angewiesen. Deshalb: danke für euer Engagement!

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23.08.2018
Praktikum unserer gesundheitspolitischen Sprecherin, Ilona Schäfer, im Café Cosa

Die Mauern müssen weg!
Ein bisschen Überwindung kostet es schon, hinter die Mauer zu treten, die das Café Cosa vom Kirchplatz trennt. Ich bin vor der offiziellen Öffnungszeit da, um vorab noch mit den hauptamtlichen Mitarbeiter*innen sprechen zu können. Und da ist sie dann auch gleich Thema, diese Mauer. Dahinter finden Drogendealer einen wunderbar uneinsehbaren Ort, um ihren Geschäften nachgehen zu können. Die Mitarbeiter*innen des Cafés haben dort kein Hausrecht und können nicht eingreifen und die Polizei schaut auch nur selten hinter die Mauer, wird mir berichtet. Eine unglückliche Situation – das war von Anfang an klar und hat sich so bestätigt.

Praktikum Ilona

Trotzdem ist das Café Cosa für viele Menschen ein Glücksfall! Für die Besucher*innen, die hier einen Teil des Tages verbringen können, für kleines Geld Getränke oder Brötchen bekommen. Mindestens ebenso wichtig sind freies WLAN und eine kostenfreie Toilette. Auch der Tausch von mitgebrachten Spritzen gegen neue, sterile ist ein Angebot, das von vielen genutzt wird. Die meisten Gäste kommen öfter her, so dass sich ein Vertrauen zwischen den Besucher*innen und den Mitarbeiter*innen aufbaut. Egal welche Probleme sie gerade belasten, hier können sie sie ansprechen und bekommen Rat und Hilfe. Ein Besucher z.B. hat eine Mahnung mitgebracht, die WSW haben eine hohe Stromkosten-Nachforderung. Zwei Stunden später hat eine Sozialarbeiterin eine Lösung für das Problem gefunden und dem Besucher ist seine Dankbarkeit deutlich anzusehen.

Ganz wichtig ist das Café Cosa aber auch für die Menschen, die hier eine Qualifizierungsmaßnahme machen! Auf ganz niedrigschwelligem Niveau können sie hier mit wenigen Arbeitsstunden pro Tag einsteigen, auf besondere Bedürfnisse wie z.B. regelmäßige Arztbesuche von Substituierten wird Rücksicht genommen. Die Tagesstruktur ist ein wichtiger Faktor, um von den Drogen loszukommen oder nicht rückfällig zu werden, wie mir mehrere Teilnehmer berichten. Diese wichtige Aufgabe des Cafés wird leider in den Presseberichten gerne außen vor gelassen! Und in den Gesprächen wurde auch noch einmal deutlich gemacht, dass eine zentrale Lage für das Café sehr wichtig ist. Die Menschen treffen sich an einem Ort, der für sie gut erreichbar ist – und das ist eben der Bahnhof und sein Umfeld. Allerdings ist auch klar geworden: auf dem Präsentierteller zu sitzen wie es am Kirchplatz der Fall ist, ist auch keine gute Lösung – weder für die umliegenden Geschäftsleute noch für die Besucher*innen des Cafés. Die Situation dort jedoch mit Hitchcocks Film “Die Vögel” zu vergleichen wie im WZ-Kommentar vom 18.August wird der Sache in keiner Weise gerecht, ist einfach nur diskriminierend und baut neue Barrieren auf!

Der zukünftige Standort des Café Cosa im Wupperpark Ost ist unter diesen Gesichtspunkten die beste Lösung – außerhalb der Fußgängerzone, aber nah genug am Treffpunkt der süchtigen Menschen, um sie im Blick zu haben. Ich bin im Cafe jedenfalls an meinem Praktikumstag sehr freundlich aufgenommen worden, sowohl von den Hauptamtlichen als auch von Maßnahmen-Teilnehmern und Besucher*innen. Daher kann ich jedem nur empfehlen, sich selbst einmal von der wichtigen Arbeit des Café Cosa zu überzeugen! Ein Blick hinter die Mauer vor dem Café kann vielleicht auch Mauern in den Köpfen bröckeln lassen.

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23.08.2018
Sommerpraktikum auf dem Permakulturhof „Vorm Eichholz“

Während der Sommerferien absolvieren wir Stadtverordnete gerne Praktika, um uns aktiv vor Ort über soziale Einrichtungen, Vereine und Institutionen in Wuppertal zu informieren. Beim tatkräftigen Mitanfassen und Begleiten der Arbeiten erhalten wir praktische Erfahrungen über Projekte und Arbeitsabläufe.

Permakultur10Am 20.07.2018 waren wir zu Besuch auf dem Permakulturhof, denn an jedem ersten und dritten Freitag im Monat gibt es die Möglichkeit für Interessierte, dort mit den Mitgliedern der Bergischen Gartenarche zu gärtnern.

Zuerst mussten sehr viele durstige Blumen und Pflanzen gewässert werden. Dann konnten wir dabei helfen, Weißklee zu rupfen, welcher später als Gründung wieder verwendet wird. Erbsenschotensträucher wurden entfernt, um ihre Samen nach einer Trocknungszeit wiederzugewinnen. Die freigelegten Flächen wurden sofort gehackt, von Schnecken befreit und vorgewässert, damit dort wieder eingesät werden kann.

Ein großes buntes Blumenfeld begeisterte nicht nur uns, sondern auch sehr viele Insekten.
Permakultur2

Bei  der gemeinsamen Arbeit erfuhren wir viel Wissenswertes über den Permakulturhof „Vorm Eichholz“, über die Bergische Gartenarche  und darüber, wie dort nachhaltig angebaut wird.

Permakultur6Nach der schweißtreibenden Arbeit saßen wir mit den Mitgliedern der Bergischen Gartenarche im Schatten des Apfelbaums zusammen und sprachen über die weiteren Pläne des Permakulturhofes.

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25.07.2018
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Die GRÜNEN in Wuppertal
https://www.gruene-wuppertal.de/fraktion/ausderratsfraktion/die-grune-fraktion-besichtigt-das-neue-stellwerk/