Anträge der Fraktion

Pilotprojekt anonymisierte Bewerbungen bei der Stadt und ihren Töchtern

Antrag an den Ausschuss für Finanzen und Beteiligungssteuerung am 06.10.2011, an den Hauptausschuss und Rat am 10.10.2011

Der Antrag wurde abgelehnt.

Sehr geehrter Herr Reese,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

Berichte und Studien belegen, dass MigrantInnen, Frauen und ältere ArbeitnehmerInnen bei Bewerbungsverfahren häufig nicht berücksichtigt werden.

Anonyme Bewerbungen sind in den USA seit den 1960iger Jahren die Regel.

In der Bundesrepublik läuft auf Initiative des Familienministeriums ein Pilotprojekt mit sechs großen Unternehmen ab Herbst 2010, dessen differenziertes Zwischenergebnis jetzt veröffentlicht wurde.

Bei Bewerbungen und Lebenslauf wird auf die Nennung von Alter, Geschlecht und Anschrift verzichtet bzw. sämtliche Daten zur Identifizierung werden geschwärzt, eine andere Möglichkeit ist die Entwicklung eines Online-Formulars.

Die Stadt Wuppertal bemüht sich intensiv um die Förderung von Frauen und Integration von Migrantinnen und Migranten in die Arbeitswelt. Eine konsequente Weiterführung und Profilierung ist die Einführung von anonymisierten Bewerbungsverfahren bei der Stadt Wuppertal und ihren Töchtern.

Der Ausschuss für Finanzen und Beteiligungssteuerung, der Hauptausschuss und der Rat der Stadt mögen deshalb folgenden Beschluss fassen:

1. Die Verwaltung legt dem Ausschuss für Finanzen und Beteiligungssteuerung, dem Hauptausschuss und dem Rat der Stadt spätestens in der letzten Gremienrunde des Jahres 2011 eine beschlussfähige Vorlage vor, die ab 2012 mindestens drei Pilotprojekte (z.B. für die Vergabe von Lehrstellen und bei der Besetzung von Positionen der mittleren Führungsebene) für die Anwendung anonymisierter Bewerbungsverfahren vorschlägt, um die (unbewusste) Benachteiligung bei Bewerbungen z. B. von MigrantInnen, Frauen, älteren ArbeitnehmerInnen u.a. abzubauen und damit insgesamt mehr Chancengleichheit herzustellen.

2. Das Pilotprojekt wird auf zwei Jahre befristet.

3. Den städtischen Gremien wird zeitnah, spätestens aber drei Monate nach Abschluss des Projektes eine Auswertung im Hinblick auf eine dauerhafte Nutzung von anonymen Bewerbungen vorgelegt.

4. Darüber hinaus macht die Stadt Wuppertal als Gesellschafterin ihren Einfluss bei den städtischen Töchtern geltend und regt auch bei ihnen die Anwendung von anonymen Bewerbungsverfahren an.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Vorsteher
Fraktionsvorsitzender

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20.09.2011

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Die GRÜNEN in Wuppertal
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