Anträge der Fraktion

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Ausbildungsplatzbonus – Ausbildung als Vergabekriterium einführen

"Antrag an den Ausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Stadtmarketing am 16.05.2007, den Ausschuss Zentrale Dienste am 29.05.2007, den Hauptausschuss am 06.06.2007 und an den
Rat der Stadt Wuppertal am 11.06.2007 "

“Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Herren Hardt und Dr. PongÈ,

die Fraktion von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN beantragt, der Ausschuss für Wirtschaft und Stadtentwicklung, der Ausschuss für Zentrale Dienste, der Hauptausschuss und der Rat mögen beschließen:

1. Die Verwaltung prüft, wie im Sinne des Beschlusses des Bundesverfassungsgerichtes vom 11. Juli 2006 (Ausbildung als Vergabekriterium) ein Ausbildungsplatzbonus im Rahmen öffentlicher, beschränkter oder freihändiger Vergaben der Stadtverwaltung Wuppertal und ihrer Tochterunternehmen und Eigenbetriebe eingeführt werden kann.

2. Die Verwaltung legt dem Rat der Stadt Wuppertal im Jahre 2007 einen Verfahrensvorschlag zur Einführung des Ausbildungsplatzbonus im o.g. Sinn zur Beschlussfassung vor.

Begründung:
In ihrer Antwort “Vergaberecht und Schutz von Gemeinwohl” vom 21.12.2006 (VO/1179/06/1-A) bestätigte die Verwaltung, dass laut Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes vom 11. Juli 2006 ” 1 BvL 4/00 ” Ausschreibungen an Bedingungen geknüpft werden können, die dem Schutz wichtiger Gemeinwohlbelange dienen.
Sie teilte in der Beantwortung der bündnisgrünen Anfrage sogar die Auffassung, dass im Sinne des Urteils auch das Angebot an Ausbildungsplätzen unter den Schutz wichtiger Gemeinwohlbelange fällt.
Deshalb könnte ¥Ausbildung¥ auch als Vergabekriterium im Rahmen von öffentlichen, beschränkten oder freihändigen Vergaben festgelegt werden.
Folgerichtig hatte die Verwaltung mit Blick auf die vollkommen unbefriedigende Ausbildungsplatzsituation für Jugendliche und junge Erwachsene und anlässlich des bündnisgrünen Ratsantrages “Ausbildende Betriebe bei der Vergabe öffentlicher Aufträge bevorzugen” (VO/0082/07) in der Ratssitzung am 26.03.2007 angeregt, dass Betriebe, die eine noch festzulegende Ausbildungsquote erfüllen, den Auftrag im Rahmen einer öffentlichen Vergabe erhalten, “wenn sie nicht mehr als einen bestimmten Prozentsatz teurer sind als ein Unternehmen, das diese Quote nicht erfüllt.” (vgl. VO/0082/07/1-A)
Um einen derart gestalteten Ausbildungsplatzbonus im Rahmen von Vergabeverfahren der Stadt Wuppertal und ihrer Tochterunternehmen und Eigenbetriebe einzuführen, müsste sowohl die Ausbildungsquote ” in der Regel wird hier mit 6% der Beschäftigten eines Betriebes gerechnet – als auch der Prozentsatz der Preise, den diese Betriebe beim direkten Vergleich mit anderen Betrieben überschreiten dürfen, festgelegt werden. Dabei ist auf ein transparentes und nicht überbordend aufwendiges Verfahren zu achten. Den Nachweis, dass Betriebe ausbilden, können ausbildende Betriebe gem. ß 36 Abs. 1 Berufsausbildungsgesetz unter Vorlage der Bestätigung von der IHK sehr einfach führen. Insofern fehlt es nach Aufhebung eines vergleichbaren Verfahrens in 2001 allein an einem innerstädtischen Verfahren im Sinne eines von der Verwaltung selbst vorgeschlagenen Ausbildungsplatzbonus im Rahmen öffentlicher Vergaben.

Mit freundlichen Grüßen

Lorenz Bahr
Stadtverordneter

Marc Schulz
Stadtverordneter “

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05.04.2007
Resolution Landespersonalvertretungsgesetz

Gemeinsamer Antrag an den Rat der Stadt Wuppertal am 12.02.2007

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Landesregierung beabsichtigt, das Landespersonalvertretungsgesetz (LPVG NRW) deutlich abzuschwächen. So sollen Mitbestimmungsrechte bei Umsetzungen, befristeten Arbeitsverhältnissen, Kündigungen sowie bei Privatisierungen und Technikeinsatz fallen bzw. drastisch eingeschränkt werden. Daneben soll ein Personaleinsatzmanagement (PEM)eingeführt werden, mit dem Beschäftigte der Landesdienststellen ohne Mitbestimmung des Personalrates versetzt werden sollen, um einen landesweiten flexiblen Personaleinsatz zu gewährleisten und Personalabbau zu fördern.

Der Rat der Stadt Wuppertal möge daher beschließen:

Resolution
an die Landesregierung NRW:

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

die gleichberechtigte Mitbestimmung von Unternehmen und Arbeitnehmern bei der Gestaltung der wirtschaftlichen und sozialen Ordnung war und ist Grundlage für Erfolg und Geschlossenheit unseres Landes. Sie wurde folgerichtig in die NRW-Landesverfassung aufgenommen. Mitbestimmung auf Augenhöhe bei der Umsetzung zukunftsträchtiger Reformvorhaben und der Demokratisierung des Wirtschaftslebens, darauf zielten die einstimmigen Beschlüsse von CDU, SPD und FDP bei der Neufassung des Landespersonalvertretungsgesetzes 1974 ab.

Mit verantwortlichem Handeln stellen Personalräte in öffentlichen Verwaltungen auch heute sicher, dass die unterschiedlichsten Interessen von Arbeitnehmern zu gemeinsamen Positionen zusammengeführt und in Entscheidungsprozesse von Politik und Verwaltung einbezogen werden. Personalräte genießen das Vertrauen der Belegschaft und sind deshalb die ersten Ansprechpartner der Beschäftigten. Sie sorgen für den sozialen Frieden in den Verwaltungen, machen oft aufgrund ihrer fachlichen Detailkenntnisse frühzeitig auf Fehlentwicklungen aufmerksam und tragen so zum Wohl der Dienststellen bei.

Richtig ist, dass das LPVG einer Weiterentwicklung bedarf. Der Rat der Stadt Wuppertal setzt sich deshalb für Mitbestimmungsrechte der Personalvertretungen bei fortschreitenden Organisationsänderungen und Umstrukturierungsprozessen des ÷ffentlichen Dienstes im Sinne einer prozesshaften Begleitung durch Personalräte ein.

Mit der Tarifreform im ÷ffentlichen Dienst wurde den Personalvertretungen mehr Verantwortung in tarifpolitischen Fragen (z. B. Leistungsvergütung, Arbeitszeitflexibilisierung und Qualifizierung) übertragen. Nur starke und qualifizierte Personalräte können diese Themen im Sinne einer modernen und dienstleistungsorientierten Verwaltung platzieren und gemeinsam mit den Verwaltungsspitzen weiter bewegen.

Wir fordern Sie als Ministerpräsidenten dieses Landes auf, sich für den Erhalt der betrieblichen Demokratie im ÷ffentlichen Dienst und der damit verbundenen Mitbestimmungsrechte einzusetzen. Dazu bedarf es eines konstruktiven Dialogs mit den Gewerkschaften und den Interessenvertretungen der Beschäftigten. Dieser ist aus unserer Sicht nicht hinreichend geführt worden. Ein neues Personalvertretungsrecht wird nur dann trägfähig sein, wenn es nicht im Konflikt gegen Interessenvertretungen und Beschäftigte verändert, sondern gemeinsam mit den Akteuren weiter entwickelt wird.

Mit freundlichen Grüßen

Bernhard Simon, CDU-Fraktion
Fraktionsvorsitzender

Klaus Jürgen Reese, SPD-Fraktion
Fraktionsvorsitzender

Gerta Siller, Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN
Fraktionssprecherin

Peter Vorsteher, Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN
Fraktionssprecher

Gerd-Peter Zielezinski, Fraktion Linkspartei.PDS
Fraktionsvorsitzender

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14.02.2007
Konsequente Maßnahmen zum kommunalen Klimaschutz – jetzt!

"Antrag an den Ausschuss für Umwelt am 27.02.2007, an den
Hauptausschuss am 21.03.2007 und an den Rat der Stadt am 26.03.2007
Der Antrag wurde von SPD und CDU abgelehnt. "

“Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Frau Brücher,

viele Kommunen haben bereits zahlreiche Maßnahmen zum Schutz des Klimas ergriffen. Die Stadt Wuppertal hat als Mitglied im Klimabündnis bereits viel geleistet und ist mit dem European Energy Award und dem Climate Star ausgezeichnet worden. Nach der jüngsten Vorlage des 4. UNO-Berichtes des Intergovernmental panel on Climate Chance (IPCC) und der Tatsache, dass sich auch in Wuppertal Folgen des Klimawandels sichtbar sind, muss die Stadt jetzt alle Möglichkeiten für einen noch effizienteren Klimaschutz ergreifen. Daher beantragt die Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN, die Mitglieder des Umweltausschusses, des Hauptausschusses und des Rates mögen beschließen:

1. Die Verwaltung wird beauftragt, Maßnahmen für den kommunalen Klimaschutz zu verstärken und den dafür finanziell und personell möglichen Spielraum für den Klimaschutz in der Stadt- und Wirtschaftsentwicklung darzustellen. Hier sind insbesondere folgende Aspekte zu prüfen:

a) Einführung von Niedrigenergiestandards (NEH-Standard) für kommunale Neubauten
b) Umsetzung von Dach- und Fassadenbegrünungen bei kommunalen Gebäuden
c) Kommunale Projekte zur solaren (Teil-)Wärmeversorgung
d) Einsatz von Wärmepumpen/Erdwärme bei der Versorgung kommunaler Gebäude
e) Weitere Installationen und Betrieb von Photovoltaik-Anlagen auf geeigneten kommunalen Gebäuden
f) Verzicht auf Nachtstromspeicherheizungen in kommunalen Gebäuden

g) Entwicklung von Passivhaussiedlungen durch die GWG
h) Festsetzung von Kriterien für ökologisches Bauen in Bebauungsplänen und bei der Vermarktung von städtischen Grundstücken.

i) Erhöhung der Anzahl an dezentralen Blockheizkraftwerken zur Wärmeversorgung, Betrieb teilweise mit Klär- oder Biogas.
j) Einrichtung weiterer Holzhackschnitzelheizungen für Nahwärmenetze und für die Versorgung von Einzelobjekten, Bio- und Klärgas-Nutzung, Klärschlammverbrennung
k) Erweiterung des Erdgasnetzes, Anschluss und Umrüstung von Heizungen kommunaler Gebäude
l) verbesserte Ausnutzung des Fernwärmenetzes, Versorgung von Wohngebieten oder kommunale Gebäude durch industrielle Abwärme.

m) Anzahl der Erdgastankstellen erhöhen, Einsatz von Erdgasbussen und kommunalen Erdgasfahrzeugen verstärken.
n) ÷PNV-Ausbau und -förderung, Stärkung des Umweltverbundes, Radwegeausbau, verstärkte Durchsetzung der Geschwindigkeitsbegrenzung in Tempo-30-Zonen
o) Intensivierung der Umrüstung auf energiesparende Lampen bei der Straßenbeleuchtung, Einführung von LED-Beleuchtung

p) Offensive Werbekampagne für grünen WSW-Strom starten
q) Einrichtung eines Klimafonds bei der Stadtsparkasse vorschlagen
r) Klimaschutzkriterien bei der öffentliche Beschaffung beachten
s) Wiederaufnahme des Fifty-Fifty-Projektes an Wuppertaler Schulen mit fachlicher Betreuung
t) Weitere Modell- und Demoanlagen für regenerative Energien an Schulen und öffentlichen Einrichtungen (z.B. Rathaus, Station Natur und Umwelt, Straßenlaternen) installieren, Bürgerbeteiligungsprojekte fördern
u) aktive Unterstützung der Windkraftnutzung auf geeigneten Flächen

v) Informations-/Erfahrungs-/Technologieaustausch mit den Partnerstädten

2. Der Oberbürgermeister und der Kämmerer werden beauftragt, sich in entsprechenden Gremien des Städtetages, des Landes und des Bundes dafür einzusetzen, dass die finanziellen Spielräume für Haushaltssicherungskommunen erweitert werden. Der Gesetzgeber darf verschuldeten Kommunen wie Wuppertal ein stärkeres Engagement zum Klimaschutz nicht verwehren. Auch die Aufnahmemöglichkeit von Krediten für wirkungsvolle Klimaschutzmaßnahmen muss thematisiert werden, da sie sich in überschaubarer Zeit durch Energieeinsparungen refinanzieren.

Begründung
Der 4. UNO-Bericht des Intergovernmental panel on Climate Chance (IPCC) beschreibt deutlich die Folgen des vom Menschen verursachten Klimawandels: “Die globale Oberflächentemperatur ist um +0,74 ? C gestiegen und 11 der letzten 12 Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Temperaturzunahme der letzten 50 Jahre ist doppelt so hoch wie die der letzten 100 Jahre, und die Arktis hat sich doppelt so stark erwärmt wie im globalen Mittel.”
Nicht allein der Orkan “Kyrill” hat uns mit seinen enormen Schäden eindrucksvoll demonstriert, dass wir uns auf weitere Extremwetterereignisse wie Hitze- und Trockenperioden, Überschwemmungen und Stürme einstellen müssen. Gefahr droht nicht nur für Menschen und Umwelt, auch die Wirtschaft wird stark geschwächt werden, wenn dem Klimawandel nicht mit allen Kräften begegnet wird. Wir sollten uns auch bewusst sein, dass unser hoher Energieverbrauch in den Industrieländern zuerst die Lebensräume der Menschen in den Entwicklungsländern zerstören wird, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben.
Wissenschaftler sagen, dass wir eine Chance haben, den Klimawandel abzuschwächen, wenn wir sofort handeln.
Intelligente ökologische Maßnahmen, um Energie einzusparen, Energie effizienter zu nutzen und erneuerbare Energien zu fördern, sind bekannt. Sie dienen auch gleichzeitig der Luftreinhaltung und dem Lärmschutz.
Die Stadt Wuppertal hat Erfolge im Bereich Klimaschutz und Energieeffizienz vorzuweisen, wurde doch seit Anfang der Neunziger Jahre ein konsequentes CO2-Minderungskonzept entwickelt und umgesetzt. Es wird jedoch deutlich, dass die bisherigen Klimaschutzbemühungen nicht so greifen, dass sie die Klimaerwärmung ausreichend eingrenzen, ein verstärktes globales und lokales Handeln ist nötig und zwar jetzt, nicht erst in 10, 20 oder 30 Jahren.
Der Handlungszwang liegt nicht allein bei der EU, der Bundes- oder Landesregierung. Auch die Kommunen und ihre BürgerInnen müssen alles in ihrer Macht stehende tun, um die Klimaerwärmung zu begrenzen. Wir sollten alles daran setzen, dass wir im Auftrag unserer Kinder und Enkelkinder die Klimaerwärmung auf ein verträgliches Maß reduzieren.

Mit freundlichem Gruß

Gerta Siller
Fraktionssprecherin

Peter Vorsteher
Fraktionssprecher

Ilona Schäfer
Mitglied im Ausschuss für Umwelt “

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09.02.2007
Ausbildende Betriebe bei der Vergabe öffentlicher Aufträge bevorzugen

Antrag an den Ausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Stadtmarketing am 28.02.2007, an den Ausschuss Zentrale Dienste am 01.03.2007, an den Hauptausschuss am 21.03.2007 und an den
Rat der Stadt Wuppertal am 26.03.2007
Der Antrag wurde abgelehnt.

Sehr geehrter Herr Hardt,
sehr geehrter Herr Pongé,
sehr geehrter Herr Oberbügermeister,

die Fraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Rat der Stadt Wuppertal beantragt, der Ausschuss für Wirtschaft und Stadtentwicklung, der Ausschuss Zentrale Dienste, der Hauptausschuss und der Rat mögen beschließen:

1. Die Stadtverwaltung Wuppertal vergibt im Rahmen öffentlicher, beschränkter oder freihändiger Vergaben Aufträge nur noch an Firmen, die Jugendliche und jungen Erwachsene ausbilden.

2. Die Auftrag nehmenden Firmen weisen der Stadtverwaltung Wuppertal bereits mit Abgabe ihrer Unterlagen als Bieter selbstständig und unaufgefordert nach, dass sie Jugendliche und jungen Erwachsene ausbilden.

3. Die Stadtverwaltung Wuppertal berichtet dem Ausschuss für Wirtschaft und Stadtentwicklung einmal jährlich, wie viele Ausbildungsplätze durch diese Vergabepraxis zusätzlich geschaffen werden konnten.

Begründung:
Die andauernde Jugendarbeitslosigkeit in der Bundesrepublik Deutschland ist ein gesellschaftspolitischer Skandal, dem die Politik aus der Rolle des Krisenmanagers bisher nicht adäquat begegnen konnte, denn nicht die Politik, sondern die Unternehmen schaffen Arbeits- und Ausbildungsplätze. Viele kleine und mittelständische Unternehmen gehen hier zusammen mit unserer Wirtschaftförderung im bergischen Land neue und vorbildliche Wege im Verbund. Dennoch ist auch bei uns ein deutlicher Mangel an Ausbildungsplätzen alljährlich festzustellen, der auch appellativ durch das Einsammeln einzelner Ausbildungsplätze bisher nicht behoben werden konnte. Insgesamt ist aus der Sicht der Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Situation dramatisch.

Die Diskussion über eine Ausbildungsplatzabgabe für den Fall, dass ein Unternehmen nicht ausbildet, kann nur der letzte Schritt sein, für mehr Ausbildungsplätze einzutreten. Vorher ist darüber nachzudenken, ob heute noch das duale System der Ausbildung den Bedarfen am Arbeitsmarkt und den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Auszubildenden entspricht. Diese Debatte ist aber eine bundes- und landespolitische Debatte. Kommunal ist der Handlungsrahmen für die Politik und für die Unternehmen deutlich enger.

In ihrer Antwort “Vergaberecht und Schutz von Gemeinwohl” vom 21.12.2006 (VO/1179/06/1-A) bestätigte die Verwaltung, dass laut Beschluss des Bundesverfassungsgericht vom 11. Juli 2006 – 1 BvL 4/00 – Ausschreibungen an Bedingungen geknüpft werden können, die dem Schutz wichtiger Gemeinwohlbelange dienen. Zudem ist die Bevorzugung ausbildender Betriebe bei der Vergabe öffentlicher Aufträge durch die Umsetzung der EU-Vergaberichtlinie aus dem Jahr 2004 gedeckt.

Während CDU-Bundestagsabgeordnete die Bevorzugung ausbildender Betriebe von den Kommunen einfordern, will die Bundesregierung jedoch nicht tätig werden. Die Bundesregierung legt das zugrunde liegende europäische Recht dabei ganz eng aus, obwohl die entsprechende Richtlinie die Berücksichtigung sog. Sekundärzwecke ausdrücklich zulässt und sich an einem gemeinwohlorientierten Begriff des wirtschaftlichsten Angebots orientiert. Wir halten es mit Blick auf das grundgesetzliche Sozialstaatsgebotes für angemessen und mit Blick auf die Jugendlichen für dringend notwendig, dass bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen die Ausbildungsleistung von Betrieben als Auswahlkriterium in den Blick genommen wird.

Mit freundlichen Grüßen

Lorenz Bahr
Stadtverordneter

Marc Schulz
Stadtverordneter

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25.01.2007
Resolution: Arbeitsfähigkeit der ARGE Wuppertal muss sichergestellt werden

Gemeinsamer Antrag an Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Familie am 01.02.2007, an den Hauptausschuss am 07.02.2007 und an den Rat der Stadt Wuppertal am 12.02.2007

Bundesregierung muss Übernahme der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermöglichen

Gemeinsamer Antrag der Fraktionen von CDU, SPD, Bündnis 90/ Die Grünen, FDP und WfW

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
die Fraktionen von CDU, SPD, Bündnis 90/ Die Grünen, FDP und WfW beantragen, der Rat
der Stadt Wuppertal möge beschließen:
Der Rat der Stadt Wuppertal fordert die Bundesregierung, insbesondere den Bundesminister
für Arbeit und Soziales sowie die Bundesagentur für Arbeit auf, dafür Sorge zu tragen, dass
alle befristet angestellten und für eine Dauerübernahme geeigneten Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der ARGE Wuppertal dauerhaft angestellt werden können.
Der Rat der Stadt Wuppertal erinnert damit das Bundesministerium an die im November
2006 gemachte Zusage, nach der es die Arbeitsfähigkeit der ARGEn durch ein zusätzliches
Potenzial an dauerhaften Beschäftigungsmöglichkeiten sicherstellen will: “Ziel ist es, die für
eine Dauerübernahme geeigneten Kräfte, deren Arbeitsverträge im Jahr 2007 auslaufen und
nicht mehr verlängert werden können, zu übernehmen” (Zitat aus einem Schreiben aus dem
Bundesministeriums für Arbeit und Soziales vom 28. November 2006). Der Rat der Stadt
Wuppertal erwartet, dass diese Zusage nun schnellstmöglich realisiert wird.
Begründung
Im Januar des Jahres wurden der ARGE Wuppertal die Zahlen übermittelt, auf deren Basis
sie befristete in unbefristete Stellen überführen kann. Von insgesamt ca. 134 befristeten
Verträgen in der ARGE Wuppertal schlägt der Bund für die Haushaltsjahre 2007 und 2008
die Übernahme von 51 Stellen in unbefristete Stellen vor.
Das bedeutet, dass 83 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht weiter beschäftigt werden
können.
Im Jahr 2007 ist von diesem Schritt insbesondere die Leistungsgewährung betroffen. Sollte
das Vorhaben des Bundes in der vorliegenden Form umgesetzt werden, müssten alleine in
diesem Bereich in 2007 ca. 36 Prozent der eingearbeiteten Kräfte durch neue und
fachfremde Mitarbeiter/innen ersetzt werden.
Im Jahr 2008 ist der Bereich Integration in ähnlicher Weise betroffen. Unter
Gesamtwürdigung der sonstigen Rahmenbedingungen kann eine sachgerechte und den
rechtlichen Rahmenbedingungen entsprechende Aufgabenwahrnehmung nicht mehr
erfolgen. Auch die Neueinstellung von Mitarbeiter/innen im o. g. Umfang wird ” sofern der
Markt überhaupt eine Neueinstellung in dieser Größenordnung zulässt ” die Probleme eher
verstärken. Fachfremde und in den letzten zwei Jahren mühevoll qualifizierte und
eingearbeitete Kräfte werden dann unerfahrene Berufsanfänger einarbeiten müssen.
Unabhängig von der nicht mehr zu akzeptierenden Arbeitsbelastung der betroffenen
Mitarbeiter/innen wird dies zu einer Potenzierung von Fehlerquellen führen.
Die im gerade abgelaufenen Jahr erzielten Erfolge (über 50 % Steigerung in der Vermittlung,
allein im vierten Quartal 2006 ca. 1.000 Personen weniger im Leistungsbezug etc.) sind
damit wieder mehr als in Frage gestellt, die Arbeitsfähigkeit der ARGE Wuppertal wird massiv gefährdet.

Mit freundlichen Grüßen

Bernhard Simon
CDU-Fraktion

Klaus Jürgen Reese
SPD-Fraktion

Gerta Siller, Peter Vorsteher
Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Jürgen Henke
FDP-Fraktion

Detlef Schmitz
WfW-Fraktion

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25.01.2007
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Die GRÜNEN in Wuppertal
https://www.gruene-wuppertal.de/fraktion/antraege/14-punkte-paket-fur-mehr-klimaschutz-in-wuppertal/