Anfragen der Fraktion

Wald in Wuppertal

Anfrage an den Ausschuss für Umwelt am 24.01.2012

Die Antwort finden Sie in dieser PDF-Datei: AntwWald

Sehr geehrte Frau Brücher,

in der Sitzung am 29.11.2011 wurde dem Ausschuss für Umwelt der Waldzustandsbericht des Landesumweltministeriums vorgestellt. Festzustellen war, dass die Anzahl der gesunden Bäume weiter deutlich abgenommen hat. Geändert haben sich jedoch z.T. die Ursachen für die Waldschäden. Im Gegensatz zu den Erhebungen in den 1980er und 1990er Jahren ist weniger der sogenannte „saure Regen“ ursächlich für Waldschäden, statt dessen wirken sich vermehrt klimatische Verhältnisse und Schädlingsbefall aus. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat in diesem Zusammenhang folgende Fragen (um ein vollständiges Bild der Wuppertaler Wälder zu erhalten, bitten wir auch die Stellungnahme der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) einzuholen):

  1. Wie stellen sich die Besitzverhältnisse des Wuppertaler Waldes dar? Wie viele Flächen von welcher Größe befinden sich in städtischem Besitz oder im Besitz des Staatsforstes? Wie viele private Waldbesitzer besitzen Waldflächen in Wuppertal? Wie groß sind die jeweiligen Parzellen?
  2. Wie stellt sich die Nutzung der Wälder in Wuppertal dar in Bezug auf Bewirtschaftung, Erholungsnutzung und Naturschutz (sowohl für öffentliche als auch für private Waldflächen)?
  3. Welche Altersstruktur und welche Artenvielfalt weisen städtische und private Wälder in Wuppertal auf und lassen sich hier aus den neuartigen Waldschäden resultierende Verschiebungen in den letzten zwanzig Jahren feststellen?
  4. Lassen sich die Zahlen des Landesumweltministeriums zum Waldzustand in NRW im Wesentlichen auf Wuppertal übertragen?
  5. Kann die Forstverwaltung bzw. die FBG eine Aussage darüber treffen, ob die Schäden in den Wuppertaler Wäldern „Altschäden“ sind oder erst in den letzten 2-3 Jahren z.B. durch Klimaveränderungen entstanden sind?
  6. Welchen personellen und finanziellen Aufwand würde es bedeuten, in Wuppertal wieder regelmäßig z.B. alle fünf Jahre den Waldzustand zu erheben?
  7. Sind in den kommenden Jahren Waldkalkungen vorgesehen? Wenn ja, wann ist mit der Bewilligung der Landeszuschüsse zu rechnen und in welcher Höhe? Welche Eigenmittel werden dafür im Haushalt eingeplant? Können diese Eigenmittel auch durch Dritte erbracht werden?
  8. Im Bergischen Land gibt es insbesondere auf niedrige pH-Werte angepasste Biotopstrukturen die durch Kalkungsmaßnahmen negativ beeinträchtigt werden können. Ist analog zum im Landschaftsbeirat der Stadt Remscheid abgesprochenen Verfahren auch in Wuppertal daran gedacht, Waldkalkungsmaßnahmen rechtzeitig vor Beginn zwischen Forst, haupt- und ehrenamtlichem Naturschutz und der Biologischen Station abzustimmen?
  9. Welche Maßnahmen ergreift die Forstverwaltung, um die Wälder in Wuppertal besser vor klimatischen Veränderungen und Schädlingsbefall zu schützen? Welche Maßnahmen wären darüber hinaus erstrebenswert? Wie bringt sich die FBG in diese Problematik ein?
  10. Welche Erkenntnisse liefert dazu die Anzucht fremdländischer Gehölze im Arboretum Burgholz? Könnten diese Erkenntnisse ggf. „vermarktet“ werden?
  11. Welche Institutionen und Kooperationspartner bindet die Forstverwaltung bei der Frage der künftigen Waldentwicklung in Wuppertal ein?
  12. Welche Bestrebungen gibt es, Artenschutz und Biodiversität im Wald durch den regelmäßigen fachlichen Austausch und die gemeinsame Entwicklung waldbezogener Artenschutzkonzepte von kommunalem Forst, haupt- und ehrenamtlichem Naturschutz und der Biologischen Station zu optimieren?
  13. 13.     Welche Vorteile könnte eine Kooperation im Bergischen Raum bringen (sowohl für die Forstverwaltung als auch für die FBG)?
  14. 14.    Welche Flächen auf Wuppertaler Stadtgebiet sind bislang als Wildnisflächen, Naturwaldzellen oder Prozessschutzwald ausgewiesen?
  15. 15.     Wie schätzt die Forstverwaltung die Möglichkeit ein, in Wuppertal zusätzliche Wildnisflächen auszuweisen z.B. im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen? Welche Flächen kämen hierfür infrage? Gibt es die Möglichkeit, für solche Projekte Förder- bzw. Forschungsgelder zu beantragen?
  16. 16.     Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW wurde am 5. Oktober 2011 mit dem FSC-Siegel für die vorbildliche nachhaltige Bewirtschaftung des NRW-Staatswaldes zertifiziert. Welche Bestrebungen gibt es seitens der Forstverwaltung bzw. der FBG die Waldflächen in Wuppertal ebenfalls nach FSC-Standard zu zertifizieren?
  17. 17.    Könnte das Modell einer Waldgenossenschaft nach Remscheider Vorbild mit dem Ziel einer ökologischen Waldbewirtschaftung auch für Wuppertal in Frage kommen?

Mit freundlichen Grüßen

Ilona Schäfer
Stadtverordnete

 

 

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09.01.2012

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