Anfragen der Fraktion

IKEA- Bodenbelastung

Große Anfrage an den Ausschuss für Umwelt am 06.11.2018    

Die Antwort der Verwaltung finden Sie hier:
Antwort_Ikea

Sehr geehrte Frau Brücher,

im Nachgang der Thematisierung der Schädigung des Bodens im Zusammenhang mit dem Bau des Möbelhauses IKEA in der Sitzung des letzten Ausschusses für Umwelt am 11.09.18 und der Veröffentlichung der gutachterlichen Stellungnahme zur Erfassung und Erstbewertung der erhöhten pH-Werte ergeben sich die folgenden Fragen.

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet die Verwaltung um Beantwortung.

  1. Warum wurde die Ingenieurgesellschaft für Geotechnik Wuppertal mbH Pulsfort, Waldhoff und Partner für die Erstellung eines Gutachtens über den Schadensfall beauftragt, obwohl dieses Büro bereits beauftragt wurde, den baubegleitenden geotechnischen Bericht sowie das Bodenmanagementkonzept zum Neubau von IKEA zu erstellen? Wie kann eine Neutralität gegenüber dem Schadensfall gewährleistet werden?
  2.  Warum ist für die Erfassung und Erstbewertung nur die südliche Grundstücksgrenze untersucht worden? Tritt belastetes Sickerwasser nur im südlichen Bereich des Parkplatzes auf oder auch an anderen Stellen?
  3. Laut Gutachten ist bei der Vorbereitung der IKEA – Baustelle deutlich mehr Geosol eingesetzt worden als zur Anwendung empfohlen wird. Wer ist für diese Entscheidung verantwortlich?
  4.  Ist der Hersteller des Spezialbindemittels, des Produktes Geosol, im Zusammenhang der Überlaugung des IKEA-Grundstückes, mit zu Rate gezogen worden?
  5. Welche Erfahrungswerte liegen dem Hersteller oder auch Verarbeitern (bspw. Bauunternehmen) mit diesen Spezialbindemitteln vor?
  6. Welche Nachwirkungen / Gefahren und Probleme sind mit der Verarbeitung von Geosol verbunden und bekannt?
  7.  Auf dem technischen Merkblatt zu Geosol steht:
    „Abhängig von der Lage und Beschaffenheit der Baumaßnahme kann zudem die Einholung einer wasserrechtlichen Erlaubnis nach WHG (Wasserhaushaltsgesetz) durch den Bauherrn/die ausführendenden Unternehmen erforderlich sein.“ [Quelle: https://www.ght-baustoffe.de/fileadmin/BE_User/Bilder/Downloads/Produktinformation/GeoSol_R__RD/2018-02-02_PD_GeoSol_R_RD_DE_2018.pdf]
    Lag diese wasserrechtliche Erlaubnis bei der IKEA-Baustelle vor?
  8.  Kann das belastete Sickerwasser auch ins Grundwasser gelangen?
  9. Was passiert mit dem Meine-Bach? Durch welche Ersatzmaßnahmen kann die Meine mit Wasser gespeist werden?
  10.  Gab es während der langen Trockenheit im Sommer Ableitungen in das Kanalnetz und wie ist insgesamt z.B. die monatliche Ableitungsmenge in das Kanalnetz?
  11.  Stark alkalische Verhältnisse des austretenden Wassers haben Auswirkungen auf die Umwelt; alkalisches Wasser, das ebenfalls abschüssig in den Boden des angrenzenden Landschaftsschutzgebietes Kämperbusch fließt, beeinträchtigt die Bodenbeschaffenheit oberflächlich wie auch im GrundwasserbereWelche Auswirkungen und Wechselwirkungen sind im südöstlichen Teil – betreffend das Landschaftsschutzgebiet Kämperbusch – des Grundstückes zu erwarten?
  12. Wie und welche Schutzmaßnahmen betreffend des austretenden Wassers und des Waldbodens sind zu empfehlen?
  13. Welche Fakultäten (Gutachter, Universitäten, Institute) werden hier zu Rate gezogen?
  14. Wird hierzu die Untere Naturschutzbehörde miteinbezogen?
  15.  Empfohlen wird die Fortsetzung der Sanierungsoption „Ableitung des Sickerwassers in das Kanalnetz der Stadt Wuppertal“. Diese Option wird als die für IKEA sowohl finanziell als auch in Bezug auf den Geschäftsbetrieb vorteilhafteste Sanierungsoption bewertet. Welche Option wäre unter rein ökologischen Kriterien die zu empfehlende Option? Wäre die Sanierungsoption „Neutralisation des Sickerwassers“ die ökologisch günstigste Variante vor allem im Hinblick auf die lange Zeitdauer, die das Absenken des pH-Wertes in Anspruch nehmen wird? Könnte mit diesem Verfahren schneller gewährleistet werden, dass Wasser wieder in den Meinebach abgeleitet werden kann und dieser so auch wieder mit Wasser gespeist wird?
  16.  Sind der Stadt Wuppertal andere Baumaßnahmen (auch außerhalb Wuppertals) bekannt, bei denen ähnliche Probleme auftraten? Wenn ja, welche Sanierungsmaßnahmen wurden dort umgesetzt?

 

Mit freundlichen Grüßen

Ilona Schäfer
Stadtverordnete

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22.10.2018

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